Maske ist Macht
Masken sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet.
Man findet sie als Schutzmassnahme, traditioneller Kopfschmuck, wie auch heimtückisch in Gesichtern. In jedem Bereich hat die Maske ihre ganz eigene Funktion.
Die Frage, ob eine Maske Macht bedeutet, muss differenziert betrachtet werden. Eine Maske kann verschieden angewendet werden.
Es wurden Masken entwickelt, die das Gesicht verhüllen, es vermummen, unkenntlich machen oder schützen, doch diese Arten von Masken sind nicht diejenigen, die einem Macht verleihen, höchstens Vorteile.
Die mächtigste Maske, die es gibt und schon immer gab, die jeder hat und nur anzuwenden wissen muss, ist das Gesicht selbst.
Diejenige Maske, die andere täuschen kann, sie verwirrt, dem Gegenüber das zeigt, was es sehen will.
Genau diese Punkte verleihen einem eine Macht, die grösser ist und enormere Ausmasse haben kann, als jegliche physisch anzuwendende Machtmassnahmen.
Sie verleiht einem die Macht der Kontrolle über andere Personen, deren Geist und Überzeugungen.
Das ist Macht.
Kriege zum Beispiel werden mit Waffen gefochten, doch mit Überzeugungskraft gestützt und angetrieben.
Nichts ist so mächtig und mobilisiert so viel Kraft, wie die Überzeugung, ein Ideal, für das man bereit ist zu kämpfen.
Eine Maske kann Macht verleihen, die Macht kann Überzeugungen schaffen und nur durch diese Überzeugungen greifen Menschen, ganze Völker zu Machtinstrumenten.
Um eine Maske, diese spezielle, mächtige Art von Masken zu tragen, braucht es viel Ausdauer, einen scharfen Verstand, grosse Motivation und eine noch bessere Menschenkenntnis.
Doch Masken zu tragen, birgt auch Gefahren.
Misstrauen, Fehlentscheidungen, Enttäuschungen und geplatzte Träume können die Folgen sein, wenn einem die Maske aus dem Gesicht fällt oder sie von jemandem runtergerissen wird.
Wer eine Maske aufsetzt, sie mit voller Überzeugung und Gewissheit trägt, geht das Risiko ein diese Gefahren zu unterschätzen, in einen wirklichkeitsfernen Rausch zu fallen.
Man geht das Risiko ein, sich selbst zu blenden, im Spiegel nicht mehr sich selbst, sondern nur noch das selbstkreierte, perfektionierte "zweite Gesicht" zu sehen.
Man geht das Risiko ein seine Persönlichkeit zu verlieren, sich zu sehr an die Maske zu gewöhnen, sodass man irgendwann nicht mehr zwischen den zwei Schichten, den zwei Masken, den zwei Gesichtern unterscheiden kann.
Bis man irgendwann den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Schauspiel und Realität, zwischen temporärer Schminke und dauerhaften Maskerade nicht mehr erkennen kann.
Meiner Meinung nach kann eine Maske vorteilhaft sein und einem gewisse Macht verleihen, vorausgesetzt, die Person weiss sich gekonnt der Manipulation zu bedienen.
Richtig angewendet kann man mit einer Maske viele Dinge erreichen. Man kann Menschen berühren, ihnen Dinge vor Augen führen, sie täuschen oder gar benutzen.
Wie man diese Fähigkeiten einsetzt, ist dem Individuum überlassen.
Ich bin überzeugt, dass man sowohl Gutes, wie auch Schlechtes herbeiführen kann, doch bei subjektiver Betrachtung des Maskenträgers, ist vor allem eines wichtig: Man soll niemals sein wahres Gesicht zwischen Haut und Maske verlieren, niemals seine manipulativen Fähigkeiten überschätzen.
Man soll sich selbst niemals in die Gefahr bringen, seine Persönlichkeit, seine Einzigartigkeit zu verlieren, indem man beginnt die aufgesetzte Maske zu leben.
Denn was nützt uns die ganze Macht der Welt, wenn wir uns nicht mehr im Spiegel ansehen können, nicht weil wir uns für unsere Taten verabscheuen oder schämen, schlicht weg, weil wir uns nicht mehr erkennen.