Donnerstag, 27. Juni 2013

Bettgeschichten

Man ist, was man ist, wer man ist, wen man sein will.

Ich liege im Bett. Sehr gemütlich, mit Leinendecke, Kopfkissen, Matraze und so.
Ich starre, den Blick an die Decke gerichtet, ins Leere und denke: Was wäre wenn?
Man kennt das Spiel, irgendwann verliert man sich in Gedanken, die man nie denken würde, wäre es nicht schon vier Uhr morgens.

Vier Uhr dreizehn: 
Habe ich die Wäsche bereits in den Trockner getan? Habe ich morgen einen Test? Ach ja, Notenabgabe war bereits Dienstag. Also kein Test. Hausaufgaben? Hausaufgaben, was ist das? Whatever.

Vier Uhr fünfzehn:
Seit wann hängt ein Lavendelstrauss an meiner Decke? Wo zum Teufel kommt eigentlich dieser Riss her? Wann war das letzte Erdbeben in der Schweiz? Ich schau mal kurz bei Google. Am 26.06.13, aha was gelernt. Wieso gibt es eine offizielle, schweizer Erdbeben-Internetseite? Wieso habe  ich nochmals Erdbeben gegoogelt?  Ach ja, der Riss in der Zimmerdecke.

Vier Uhr achtundzwanzig:
Die Erde ist rund. Krass. Irgendwie angsteinflössend. Ist heute Jemand zum Mond geflogen? Sollte ich mal machen, auf den Mond fliegen meine ich. Was wenn ich mich auf dem Mond verlaufe? Was wenn ich alleine zurückgelassen werde? Sterbe ich dann einfach an Sauerstoffmangel? Bekomme ich dann einen Orden? 
Besser keine Reise zum Mond.

Vier Uhr vierunddreissig:
Was wäre, wenn ich ein Mann sein könnte? So für einen Tag. Mal locker flockig den Körper tauschen. In welchem Körper würde ich mal gerne sein? Höre ich dann auch dessen Gedanken? Spüre ich dann auch seine typischen Reflexe? Werde ich auch so primitiv, auf Busen und Hintern starren und denken, die merken das nicht? Wen sollte ich wählen? Einen Freund aus der Schule? Nein, besser nicht, wenn ich danach, wieder mal, mit ihm ein Bier trinken möchte. Der Nachbar? Der Busfahrer? 
Mister X. Ein Tag ein Arschloch sein. Tja, das wärs.

Vier Uhr achtundvierzig:
Wohin würde ich mich beamen, wenn ich gerade die Möglichkeit zu einem schnellen Ortswechsel hätte? Nach Alaska? Kolumbien? Eher Alaska, da sind weniger Leute und es ist kühler, mir ist heiss. Nein, Ernsthaftigkeit ist gefragt: 
Zum Kühlschrank. Ich habe Hunger. 

Fünf Uhr nullzwei:
Was bringt mir die Zukunft? Wo werde ich mal wohnen? Werde ich meine Ziele erreichen? Was sind eigentlich meine Ziele? Ich, als erfolgreiche Anwältin, lebe in einem Haus am Meer. Mit grosser, weisser Marmorterasse. Durch die Panoramafenster sehe ich jeden Abend den Sonnenuntergang. 
Wieso heisst es eigentlich immernoch Sonnenuntergang, wenn die Sonne doch nie untergeht? Verarscht die uns? Ach nein, Geographie erstes Semester. Wir drehen uns und auch um die Sonne, deshalb ja die Jahreszeiten. Welches ist meine Lieblingsjahreszeit? Sommer, ganz klar.

Fünf Uhr elf:
Wieso sehe ich so oft die gleichen Leute? Sind der Welt die Statisten ausgegangen? Muss wohl. 
Einmal umdrehen, mir ist der Arm eingeschlafen. 
Sind das alles nur Statisten? Ist die ganze Umgebung nur eine einzige Fassade? Lebe ich in einem Filmstudio und mir sehen gerade millionen von Menschen zu, wie ich denke? Sind in meinem Zimmer Kameras? In der Schule? Im Bus? Sind alles nur Schauspieler? Meine Freunde, meine Familie, der Busfahrer?

Fünf Uhr fünfundzwanzig:
Ich denke zu viel. Definitiv. 
Wie wäre es mit schlafen? Mal so als Vorschlag, zur Abwechslung. Was wenn ich jetzt einschlafe und nie mehr erwache? Gruselig. 

Fünf Uhr fünfundvierzig:
Habe ich Tinitus? 
Ach nein, der Wecker.
Mist, die Wäsche vergessen.

Dienstag, 25. Juni 2013

Mister X (Happy Birthday to me)

Jedes Jahr, wenn man (Oh Wunder), wie durch Zufall, am gleichen Tag wie letztes Jahr Geburtstag hat, geschehen Dinge, die geschehen, wenn man Geburtstag hat. (ebenfalls: Oh Wunder.)

Es war ein Samstag Abend.
An Samstag Abenden wie diesen, wenn es warm ist und einem der Wind durch die Haare streift. An Abenden,  an denen man sich verzaubern lässt, von sanften Klängen, von der Vollkommenheit, von Sekt und leichtzüngigen Gesprächen. Wenn im Hintergrund die Gläser, zum Prost, auf Gesundheit und Glück, aneinanderklirren.

Klingt toll nicht?

Tja, blöd nur, dass diese Beschreibung absolut nichts mit meinem Geburtstag zu tun hat.
Aber sie klang verlockend.
So für den Moment.

Was tut man an Geburtstagen? Wie feiert man richtig. So mit Niveau und Stil? Im Cocktailkleid? An einem Gartenfest mit Grill und Bier? In einem Klub mit lauter Musik?
Ich habe keine Ahnung.

Am erwähnten Samstag Abend, als ich am besprochen Platz angekommen war, warf es mich aus den Socken. Da waren nicht zehn Leute, auch nicht zwanzig. Es waren viele. Ganz viele mehr.

Die Musik war laut, die Menschenmenge angeheitert. Verschiedenste Personen begrüssten mich stürmisch und zogen mich von Tisch zu Tisch. Immer mehr Händeschütteln, Lachen und Alkohol.

Mein Glas hatte sich von selbst geleert und durch ein Neues ersetzt. Langsam sank der Lautstärke- Pegel. Nein falsch. Er sank nicht mal. Ich hörte es nur nicht mehr in den Ausmassen des Anfanges.
In dem Moment, in dem sich meine Welt zu drehen angefangen hat, merkte ich, wie egal es mir wurde, wie man Geburtstage feiert. Es gibt keine perfekte Location. Es gibt keinen perfekten Klub, kein perfektes Kleid. 

Mein Abend wurde jedoch perfektionsnah, als das Schwarz wich, um dem Weiss platz zu machen. Als Bekannte mir gratulierten und mit mir lachten und tanzten. Als die Szenerie sich vereinheitlichte. Als ich mich vergass. Als der ganze Stress mir, wie Schuppen, von den Schultern blätterte, mich frei und leicht fühlen liess und dies alles in den Hintergrund trat, als ich Mister X erblickte.

Mister X, die einzige Person, die wusste, dass ich nicht Geburtstag hatte.

Dienstag, 18. Juni 2013

Mister X (Der Maskenmann)

Jeder hat so gewissen Dinge, die einen nerven.
Ich bin eigentlich kein Mensch, der Streit sucht oder sich über Leute aufregt. Dies liegt jedoch nicht daran, dass ich eine Selbstkontrolle sondergleichen besitze, es liegt an meinem, beinahe unüberwindbaren Desinteresse.
Es gibt keine Lehrer, die mich so richtig aufregen, mit ein paar Ausnahmen, deren Namen ich in diesem Fall, aus rechtlichen Gründen, nicht erwähne.
Es gibt auch keine Busfahrer, die mir eine genügend hohe Busse geben könnten, dass es mich stressen würde.
Und schon garnicht, irgendwelche Wanna-be-Hipsters mit ihren Jutebeuteln aus Thailand, Ökotussis, die über die Produktion von Frozenjoghurt und billig-Shirts, der Pink-Fraktion, ablästern oder sonstige Freakshow-Abonennten.
Jedes mal, wenn ich mit, sagen wir, A und B unterwegs bin, erstaunt es mich, immer wieder aufs Neue, wie man sich, geschlagene zweieinhalb Stunden, über die neue Frisur einer Parallelklassenschülerin, wir nennen sie C, unterhalten kann. Ich hatte den neuen Haarschnitt nicht einmal bemerkt. Als ich dies äusserte, erntete ich einen schiefen Blick à la typisch, dass sie so elementare Dinge übersieht und hielt den Mund.
Besser, Ich erwähnte nicht, dass ich nicht einmal sagen könnte, ob Mademoiselle C blonde oder schwarze Haare hat. Wie gesagt, ich hielt den Mund.
Die Phasen, in denen ich mich noch gefragt hatte, ob es als Frau normal war, dass einen Maniküre, Haare und Make Up, anderer Alphabetteilnehmer, nicht interessieren, sind längst vorbei. Ich habe mich mit der Tatsache, dass es mir egal ist, abgefunden, so habe ich mehr Zeit, um mich auf andere Dinge zu konzentrieren.
Nehmen wir zum Beispiel Gefühlsschwankungen. Nicht meine, sondern jene von Personen, die ich gerne mit X bezeichne.
Nichts macht mich so rasend, als ein Rätsel, bei dem ich dazu verdammt bin, es nicht lösen zu können. 
Was denkt X? Was verheimlicht X? Wo liegen die Wahrheiten in seinen Sätzen?
In solchen Momenten wünsche ich mir, in den Kopf dieser komplexen Person zu sehen. In sein Herz wäre Verschwendung, denn Mister X denkt nicht mit diesem, achtung Zitat: achso unnützen Muskel. 
Er steuert seine Handlungen nicht anhand der, für ihn zu mainstreamen, Gefühlsduselei, denn er ist wie meine Maske: Zeigt keine Gefühle, denkt klar und unbeeinflusst, lässt niemanden an sich heran.
Und manchmal, ganz selten, frage ich mich ob das glücklich machen kann.




Dienstag, 11. Juni 2013

Inspiration

Inspiration ist überall. Überall wo wir nicht danach suchen. Inspiration wird nicht, sie ist.

Jeder Mensch braucht sie, die Inspiration. Bei manchen ist das ein Buch oder ein Film. Bei mir sind es Reisen in andere Länder.
In meinem Leben durfte ich schon viele, verschiedene Kulturen kennenlernen. Auf exotischen Inseln, inmitten Amerikas, in der eisigen Kälte von Alaska, bis hin zum feurigen Temperament der Süd-Staaten.
Wenn ich in die Ferien fahre, gibt es zwei verschiedene Arten, wie ich mich gegenüber dem Land verhalte. Ich versuche die Kultur durch ihre Eingeborenen zu begreifen.
Am Tag verhalte ich mich unauffällig. Ich mache Fotos und sehe von aussen aus, wie ein typischer Tourist. Auf meinen Fotografien sind jedoch keine Sehenswürdigkeiten zu sehen. Zumindest nicht für Betrachter, die kein Auge für Details haben. Ich brauche keine Bilder von Wahrzeichen, Statuen oder berühmten Gebäuden, da kann ich mir auch eine Postkarte kaufen. Mit meiner Kamera halte ich Momente fest. Momente, wie ein altes spanisches Paar, das sich, auf einem weissen Brunnen, noch nach vielen Jahren, anlächelt. Bilder von Familien in ihrem Alltag, der auf den ersten Blick ähnlich aussieht wie unserer, doch mit anderen Gestiken und Rangordnungen geschmückt wird.
Die Kunst der Fotografie liegt nicht am Licht oder wie gross das Objektiv ist, sie liegt im Timing.
Wieder zurück im Hotel beginnt, bei Abenddämmerung, der zweite Akt. 
Dieses Mal geht es nicht darum unsichtbar zu sein, es geht darum in der Menschenmenge verschwinden zu können. 
Unsichtbar oder nicht, ist nicht von Aussenstehenden zu beurteilen. Für einen Touristen falle ich tagsüber bestimmt auf. Doch für die Einheimischen ist man etwa so interessant wie eine Küchenschabe. Man wird unsichtbar, was für meine Fotografie sehr von Vorteil ist. 
In der Menge unterzugehen ist je nach Kultur schwieriger. 
Ich war in einer kleinen Stadt Spaniens.

Ich höre durch die dünnen Wände des Hotels, wie mein Vater langsam zu Bett geht. 
Auch ich liege im Bett. Mit starren Augen an der Decke und dem Puls in den Ohren.
Komplet angezogen lausche ich auf die letzten Geräusche aus dem Nebenzimmer und richte mich langsam auf.
Bemüht keinen Laut zu verursachen, ziehe ich das knappee, schwarze Kleid aus dem Koffer. Im Badezimmer schminke ich meine Lippen blutrot, streife mir die Seide über den Körper und laufe, mit den hohen Schuhen in der Linken, zur Tür.
Als ins Freie trete schärfen sich, auf einen Schlag, alle meine Sinne.
Um eine unbekannte Stadt, bei Nacht, zu erkunden, braucht man alles, ausser das Sehvermögen.
Ich gehe ein paar Schritte auf die Strasse zu und schliesse die Augen, um mich auf Geräusche und Düfte zu konzentrieren.
Die leise Musik, die zu mir durchdringt und der Duft nach Ekstase, zieht mich förmlich in eine Nebenstrasse.
Aus den offenen Fenstern dringen Kindergeschrei und leise Musik. 
Die Melodie, der ich folge, wird immer lauter und deutlicher, mit jedem Schritt, den ich auf dem, noch heissen, Asphalt gehe.
Dunkle Gestalten drängen sich, auf der schmalen Strasse, an mir vorbei. Der Geruch nach Schweiss und Bier, vermischt mit Abgasen, begleitet mich bis zu einem kleinen, mit bunten Glühbirnen geschmückten Marktplatz.
Die Musik ist nun so laut, dass ich meine eigenen Schritte nicht mehr hören kann.
Das Spektakel, welches sich vor meinen Augen abspielt, raubt mir, für den ersten Moment, den Atem.
Ein halbes Dutzend Paare drehen und winden sich, im Takt der Musik, welche von Zigarren paffenden, alten Männern, gespielt wird.
Das Schauspiel wirkt so vollkommen, dass ich vergesse, wo ich mich befand oder wer ich bin.
Dementsprechend zu Tode erschrecke ich, als mich ein junger, spanischer Mann, an der Hand, zu den anderen zieht.
Ich kenne den Tanz nicht, ich kenne die Leute nicht, ich kenne meinen Partner nicht und ich kann kein Wort spanisch. Meine Füsse und Arme bewegen sich von alleine.
Mein Herz schlägt im Rhytmus. 
Ich fühle keine Müdigkeit, ich habe keine Angst, ich verfalle in ein Delirium, welches ich noch nie zuvor erfahren hatte. 
Eine Nacht im Juni.
Die Nacht der weissen Blüten.

Die Kultur eines Volkes ist wie ein Buch mit sieben Siegel. 
Vollkommen, rein, atemberaubend. Unantastbar.

Sonntag, 9. Juni 2013

Mister X (rote Rosen)

Jeder hat diesen einen Menschen. Denjenigen, den man vermisst, wenn man fort ist, dem man alles erzählt. Ich nenne diesen Menschen heute liebevoll Mister X. 

Ich sitze ganz hinten im Bus nach Hause. Die Welt verschwimmt hinter dem Glas und mein Atem bildet kleine Wölkchen an der Scheibe. Müde streift mein Blick die Bäume und Wiesen, welche an mir vorbei fliegen. Zu den Klängen von Vivaldi wirkt alles unrealistisch, fast schon plastisch, wie im Film. Meine Gedanken kreisen um meinen erlebten Tag. Die vielen Begegnungen, alle der Reihe nach. Die Leute steigen ein und aus. Der Frühling endet mit den letzten Klängen und der Sommer bricht an. Auch ich steige aus und laufe, begleitet mit dem Herbst, nach Hause.
In der Küche liegt die Post, wahrscheinlich von der Putzkraft gebracht. Ich gehe meine Briefe durch und stutze bei einem besonders schön hergerichteten Umschlag.
Anstatt wie üblich zu reissen, schneide ich den Brief mit meinem Messer auf. 
Das Papier ist dick und die Schrift von Hand. Gespannt fange ich an die verschnörkelten Buchstaben zu lesen.
Nach den ersten Zeilen wird mir das Herz schwer. Ich erkenne den Namen von Mister X am Schluss, schon bevor ich den Brief ganz gelesen hatte. Eine Träne rollt mir über die rechte Wange und tropft mir vom Kinn auf das Papier.  Eine zweite folgt und die Schrift verschwimmt mir vor den Augen. Langsam geben meine Beine nach und ich falle in die Knie. Mein verweintes Gesicht in den Händen, sitze ich mitten in der Küche, die mir plötzlich fremd vorkommt. Mir wird übel und mich befällt das Gefühl, als kämen die Wände auf mich zu. Mein ganzer Körper verlässt sämmtliche Kraft und Gefühl. Zusammengekauert, wie ein Tier und zitternd vor Traurigkeit, bekomme ich keine Luft mehr. Ich muss hier raus. Ich fühle mich halb tot, als ich die schwere Haustür aufstosse und in den grossen Garten stolpere. Ich kann nicht mehr und meine Beine geben erneut nach. Ich weine nie. Ich habe gelernt, dass nichts mit weinen gelöst werden kann, doch ich war noch nie in meinem Leben, so getroffen von einem Gefühl, das so stark ist, dass ich nicht anders kann. Wie ein Tier, wälze ich mich auf dem Rücken über den Boden. Der Schmerz in meinem Herzen ist so gross, dass ich schreie. Ich schreie, bis mir die Stimme bricht und mir kein Ton mehr über die Lippen kommt. Mühsam richte ich mich auf, will ein paar Schritte auf das Haus zu gehen, doch die Übelkeit siegt und ich übergebe mich auf den feuchten Rasen. Mechanisch, vollkommen verlassen von Gedanken, spüle ich mir im Badezimmer den Mund aus. Nicht einmal mein Spiegelbild, wild zerzaust, mit roten Augen und blutender Lippe, kann mich zu einer Gefühlsregung bewegen. Mit den letzten Schritten erreiche ich mein Bett, falle in die Leinen und stehe, für die nächste Woche, kein einziges mal mehr auf. 

Die Kirchenglocken dröhnen, kommt es mir vor, an diesem Sonntag, besonders laut. die Sonne scheint mir heiss auf den schwarzen Hut. Die anderen Angehörigen lassen, nach einem flüchtigen Blick auf den Grabstein, rote Rosen in die Grube fallen. Wieder steigen mir Tränen in die Augen, nicht vor Traurigkeit, sondern vor Wut. Keiner dieser Familie, die so scheinheilig erschienen ist, wusste dass Mister X rote Rosen gehasst hat. 

Mittwoch, 5. Juni 2013

Die Wahrheit über Lügen

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht. -Mark Twain

Doch, gibt es die Wahrheit? Viele Menschen denken jetzt: Ja.
Und schon wieder eine Lüge. Nicht im Bezug auf die Antwort, die ist tatsächlich richtig, die Lüge liegt beim Denken. Die wenigsten Menschen denken, sie lassen Dinge geschehen und akzeptieren. 
Auch wenn man uns in der Schule erzählt hat, dass das Denken in frühen Jahren gelernt wird, ist dies leider eine Illusion. 
Dem grössten Teil unserer weit entwickelten Gesellschaft ist das Handwerk zur Nutzung des Gehirns, bedauerlicherweise, nicht gelehrt.
Nehmen wir als Beispiel Sie.
Wie würden Sie sich beschreiben? Sind Sie ehrlich? Sagen Sie die Wahrheit? Handelt es sich bei Ihrer Antwort um ein Ja, verlassen Sie bitte diese Seite, Sie sind mit einem Lügner konfrontiert.
Ihre Antwort ist Nein? Gut, ich mag Sie.
Wieder eine Lüge, ich kenne Sie nicht und möchte Sie nicht kennenlernen. 
"Guten Tag!"
Eine Lüge. Ist der Tag tatsächlich gut?Ja? Denken Sie?
Eine Lüge, Tage können nicht gut oder schlecht sein. Der Punkt, ist der, dass Sie wieder nicht gedacht haben. Sie haben reagiert.

Jeder lügt, doch meist ohne es zu merken. Am Bahnschalter, in der Kneipe, unter Freunden, überall. 
Um Lügen zu verstehen, muss man erst denken lernen. 
Denken Sie als Übung mal über folgenden Satz nach: Spannend sind nicht die Lügen, es sind die Gründe, weshalb wir die Wahrheit in unseren Köpfen nicht aussprechen.
Sie werden ans Ziel kommen.

Dienstag, 4. Juni 2013

Geheimnisse

Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte. 
-Friedl Beutelrock

Jeder hat Geheimnisse. Ich würde weder jetzt, noch in hundert Jahren, jemanden finden, der keine hat. Manche haben kleinere, andere schwerwiegendere Geheimnisse. Jeden Tag, mit dem Beginn des Morgens, dem Aufstehen, dem Start in den Tag, gehen wir das Risiko ein entlarvt zu werden. 
Man lächelt, nickt und geht schnell weiter, um nicht angesprochen zu werden. Acht Milliarden Menschen in einer Welt, in der alle auf paralellen Linien gehen. 
Könnte ich Gedanken hören und ich sässe auf dem nahen Marktplatz, ich käme mit Geheimnisse entdecken nicht mehr nach. 
Grössere und kleinere, versteckte Wahrheiten, welche nur danach schreien gelüftet zu werden. 
Mit Lügen überdeckt, mit Ausreden vermauert und stehts bemüht, das wackelnde Fundament zu stützen.

Auch ich habe Geheimnisse. Keine weltbewegenden, denn die Welt kratzt es keinen Meter, wenn sich jemand meines verbunkerten Wissens zu vergreifen mag.
Es geht jetzt auch nicht darum, welche Wände ich bereits verschönert, wieviele Tiere freigelassen oder wem ich, aus Langeweile, bereits Unwahrheiten erzählt habe. 
Geheimnisse geraten in den Hintergrund oder werden vergessen, wenn man nicht öfter damit konfrontiert wird. 
Was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass sie sich nicht zu schützen bräuchten, wenn sie sich ihrer Geheimnisse bewusst wären. 
Die Verschleierung, der persönlichen Bunkerschätze, ist ein Handwerk, dass man sich, mit ein wenig Übung, aneignen kann. 

Der Grund, weshalb trotzdem täglich Geheimnisse aufgedeckt und verbreitet werden, ist der, dass jene, nun ihres Amtes entledigten, Hüter nicht einmal wussten, was sie zu verbergen gehabt hätten. 

Le Blog

Gleich am Anfang will ich geklärt haben, dass ich kein Blogger bin. Zumindest keiner, der wirklich was in der Welt verändern will. Ich mag die Welt. Ich bin allgeimein ein recht friedlicher Mensch, ich lasse sogar Blumen verwelken und ignoriere fluchende Weltverachter, anstatt ihnen in die Fresse zu schlagen. 
Der Grund weshalb ich in diesem Blog schreibe heisst: X. 
X ist eine Person, die mich nervt, fasziniert, zum Lachen bringt oder wütend macht. Handelt es sich um Mister X, dann  meistens alles gleichzeitig. 
X wandert von Person zu Person. Solltest du meinen Mist tatsächlich lesen und du fühlst dich angesprochen, beruhige dich. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei eins zu acht Millionen Menschen. 
Die Gründe, weshalb ich über X zu schreiben begonnen habe, nennen sich Gin, Eis und zu viel Zeit im Leben einer unterforderten Schülerin jener Schulen, in deren Unterricht ein Block und ein Kugelschreiber der Lufthansa spannender sind, als die alten Leute die vor mir an der Tafel wild herumfuchteln.