Die leeren Flaschen des Alkohol-ABC's, auf dem kleinen Tisch, eines unbekannten Klubs, drehen sich schneller, als je zuvor. Die Masse um mich herum tanzt und grölt die Texte, der in Vergessenheit geratenen Musikstücke, genauso falsch nach, wie ihre aktuelle Sicht in die Jetztzeit.
Niemand denkt nach über Fehler, Konsekuenzen oder Morgen. Niemand und dieser Niemand bin ich.
Unter alkoholiserteren Umständen hätte ich der Zwilling der Gruppe sein können. Doch ich war der Niemand, der nachdachte.
Ich denke nicht über das Wenn und Aber nach. Ich bin mir nicht einmal sicher, tatsächlich klar zu denken, denn meine Gedanken schweifen immer wieder ab.
Sie schweifen ab und landen, schlussendlich, doch beim Abschätzden der Situation.
Wie in Zeitlupe sehe ich die verschwommenen Gestalten. Immer wieder klirren Gläser aneinander.
Ich lächle über den Zustand, die Situation, die glücklichen Gesichter.
Ich werde nicht bemerkt, denn ich drehe mich nicht, ich tanze nicht, ich bin nicht in der gleichen Situation, in ihrer Zeit, ihrem Raum der Wahrnehmung.
Die Blonde Schönheit, mit den langen, schlanken Beinen, die in der Mitte ihre Tanzkünste vorführt, wird von einem jungen, ebenfalls attraktiven Mann in der Ecke beobachtet. In wenigen Minuten werden beide das Lokal verlassen.
Ein betrunkener Rockstar mit verwischter Fassade bahnt sich gerade eilig den Weg zu den Toiletten frei. Er würde für die nächste halbe Stunde nicht mehr in mein Blickfeld treten.
Eine kleine Menschentraube bildet sich an der Bar. Geschätzt acht Studenten beider Geschlechter, hatten die Happy Hour bemerkt und schmecken nun, die Verzückung des billigen Alkohols, auf ihren Lippen.
Zwei kräftig Gebaute Glatzenträger fangen in einer Ecke gerade Streit an.
Eine Gruppe zu junger Mädchen sitzt um einen Tisch, der sonst nie besetzt würde und nippt synchron an ihren Cosmos, welche ihnen nicht schmecken.
Ganz alleine sitze ich zu dritt auf einer der wenigen Sitzgelegenheiten. Ich habe keine Ahnung mehr, was um mich herum geschieht.
Ich habe meine dritte Serviette vollgeschrieben, ohne zu merken, meine Hand bewegt zu haben.
Es ist seltsam zu Beobachten.
Ich hätte die junge Frau auf der Tanzfläche sein können. Ich hätte zu den Studenten gehören können. Ich hätte eine der Pinkfraktion, am nie besetzten Tisch, sein können.
Ich hätte jeder Körper sein können. Jede Situation spielen und jeden Gedanken der Person denken können, hätte ich mich darauf eingelassen.
Doch alles wirkt fremd, fast plastisch.
Ich leere mein Glas. Der Gin wärmt mich auf der Stelle.
Ich stehe auf und bahne mir den Weg zum Ausgang. Die blonde Schönheit und ihr Begleiter, verlassen gerade den Klub.
Ein Lächeln, gemischt mit einem letzten verstörten Blick in den Raum, trete ich nach draussen in die kühle, dunkle Nacht.