Montag, 1. Juli 2013

Mister X (Exfreunde und Ziele)

Ich möchte diesen Eintrag nicht mit etwas kitschigem beginnen. Meine Romantik-ertrag-Messlatte liegt heute nicht hoch genug, um dies über mich ergehen lassen zu können. 
Ich bin nicht unromantisch. Ich habe auch nichts gegen Romantiker. Das einzige, was mich nervt, sind die glücklichen Paare um mich herum. 
Die Zeiten, in denen ich noch geglaubt habe, dass es mich nicht stören oder beschäftigen würde, sind vorbei, den Tatsachen wurde ins Auge gesehen.

Eine Frau hat immer zwei Männer in ihrem Leben. Den einen, den sie angeln möchte und den, den sie verloren hat. Diese zwei Männer sind nicht automatisch ihr Ex und ihr Zukünftiger, es wird immer irgendwelche Affären oder Beziehungen dazwischen geben, doch eigentlich weiss Frau bereits am Anfang, dass daraus nichts werden wird. 

Nicht nur Männer sind in ihrem Stolz, wollen wir es vorsichtig ausdrücken, angehaucht verletzt, wenn sie verlassen werden. Auch Frauen kratzt das am Lack. 
Hier hören die Gemeinsamkeiten jedoch auch schon wieder auf.

Frauen, die verlassen wurden, beginnen sich zu verändern. Sie glauben ganz fest daran, dass sie, wenn sie ihr Aussehen und ihre Art dem Verflossenen anpassen, noch einmal bei ihm landen können. Sie beginnen andere Hobbies zu betreiben, gehen in andere Bars, kleiden sich neu ein. 
Wenn sie dann, duch Zufall versteht sich, den persönlichen Herzensbrecher trifft, was zwangsläufig geschehen musste, tut sie alles, um ihm ihre Anwesenheit kenntlich zu machen. Sie lacht lauter, bewegt sich schneller und schmückt ihr Auftreten mit ausgeprägteren Gesten.
Werden dann auch noch einige Floskeln gesprochen, wird, noch Tage später, mit der besten Freundin darüber diskutiert, was Mister Angebetet wohl mit "Guten Tag." gemeint haben könnte, oder ob sein Händedruck zu lang, zu fest oder zu sanft gewesen war, für das, dass er kein Interesse mehr an ihr hätte.
Alles wird getan, um den letzten, erstickenden, kleinen Funken Hoffnung am Leben zu erhalten.

Bei Männern bewirkt eine Absägung eher das Gegenteil. Klar gibt es Ausnahmen. Doch die Regel besticht.
Männer sind einfacher gestrickt als Frauen, was nicht heissen muss, dass sie nicht mehr verletzlich sind, doch meist gehen sie mit dem Problem primitiver um. 
Nachdem die erste Phase der Besaufung getan ist, geht es nur noch um eines: Das verkümmerte Ego muss wieder aufgepusht werden. Und womit klappt das immer besonders gut? Genau, mit einer anderen Frau. Die Wahl wird nicht auf ein spezielles Weibchen der Gattung Homo Sapiens Sapiens gefällt. Spielt auch keine Rolle, hauptsache die Ex sieht oder erfährt es.

Fakt ist, traurig aber wahr, dass es nicht mehr klappen will. Selbst ein Kuss kann nicht ändern, dass es einen Grund für die Trennung gab. Auch wenn er, Frau wie Mann, neue Hoffnungen macht, um danach noch tiefer zu stürtzen.

Das einzige was wirklich hilft sind keine Schokoladetafeln, Chips oder Liebesfilme. Man muss sich wieder selbst finden, die Maske abnehmen, die alte Art wieder hervorkramen und sich auf ein neues Ziel konzentrieren. Ein Ziel, für das es sich lohnt. Ein Ziel, das man verführt, indem man sich selbst ist. Ein Ziel, ich nenne es Mister X.

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