Wir kiffen, saufen, rauchen, doch hören morgen damit auf.
Wie jede Geschichte, die man uns vorgeschwindelt hat, beginnt auch diese mit: Es war einmal.
Vor nicht allzu langer Zeit, war ich eine von ihnen. Eine Jugendliche mit ihren typischen Merkmalen.
Ich kam zu spät zu Termine, die ich alle Mal für unwichtig hielt, ich verbaute mir Bekanntschaften, ich gebrauchte Ausdrücke, die man nicht sollte und rauchte jeden Tag meine (immer wieder letzte) Zigarette.
Doch ich dachte wie die anderen. Ich wusste, dass es besser werden wird.
Wie süss und naiv ich doch durch die Welt ging. Ich will damit nicht den Teufel an die Wand malen, was sich im Moment (ohne Stifte) sowieso schwierig gestaltet würde.
Die Jugend ist eine ganz spezielle Zeit. Sie öffnet Türen und verbaut Wege. Sie gibt uns halt und lässt uns fallen. Sie lässt uns träumen und böse erwachen. Sie lässt uns Verbotenes tun und schneller als gedacht, die Gesetze dahinter kennenlernen. Sie gibt uns die Illusion zu lieben und bricht Herzen (am besten gleich mehrere gleichzeitig).
Wieso verehren wir diese Zeit eigentlich?
Wieso wollen wir alle dahin zurück?
Weil alles im Leben beim ersten Mal am besten schmeckt.
Keiner vergisst seinen ersten Kuss, seine erste Schlägerei, seine erste (geglaubte) Liebe des Lebens, seinen ersten Suff, inklusive des darauffolgenden Katers am nächsten Morgen.
Keiner vergisst die ersten Male dieser aufregenden Neuheits-Zeit
Die Jugend kann nicht auf ein Alter eingeschränkt werden. Jeder kommt zu einem anderen Zeitpunkt in diese Phase und auch unterschiedlich früh/spät wieder heraus.
Jedes Ereignis prägt uns und lässt es uns beim zweiten Mal anders machen.
Man glaubt, dass später, wenn man älter ist, sich alles zum Guten wenden wird, dass wir erfolgreich werden, die wahre Liebe finden, Kinder kriegen, eine Familie gründen und sich all unsere Träume erfüllen.
Wir glauben von allein glücklich zu werden.
So wunderschön, die Illusion des perfekten Lebens. Wir wollen alle nur glücklich sein.
Das ist okay.
Erste Male geben einem den Kick.
Die Jugend ist die Zeit, in der man noch neugierig ist, man uns noch mit einfachen Dingen faszinieren und aufs Kreuz legen kann, man auf Lügen reinfällt, enttäuscht wird, doch immer wieder aufsteht, nicht, weil man ernsthaft glaubt es besser zu können, sondern weil wir zu wissen glaubten, dass später alles gut wird.
So schön perfekt.
Irgendwann, da hat man es geschafft. Man ist Erwachsen. Man wacht auf. Egal wo. Am Bahnschalter, in der Schule, auf der Arbeit, oder die, wie man heute sagt, mainstream Variante, im Bett.
Man wird neu geboren.
Endlich kommt man in jene Zeit, von der wir geglaubt hatten, dass sie uns die Perfektion bring.
Und man wartet.
Man wartet auf die vollkommenen Momente, die wir uns selbst vorausgesagt hatten.
Wo bleiben sie? Wer klärt uns denn jetzt auf, wann ein Moment perfekt gewesen sein sollte?
Man läuft durch die Strassen, sitzt am Bahnhof, sieht die Jugendlichen, die einem den Weg kreuzen und erkennt sie. Die Perfektion.
Die Perfekten Momente, derjenigen, die noch mit absurden Perfektionsvorstellungen durchs Leben gehen.
die Nicht-Erwachten, die erst beim ersten Augenaufschlag erkennen werden, dass sie sich in der perfekten Zeit bewegt hatten.
Die Jugend.
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