Ich bin eigentlich kein Mensch, der Streit sucht oder sich über Leute aufregt. Dies liegt jedoch nicht daran, dass ich eine Selbstkontrolle sondergleichen besitze, es liegt an meinem, beinahe unüberwindbaren Desinteresse.
Es gibt keine Lehrer, die mich so richtig aufregen, mit ein paar Ausnahmen, deren Namen ich in diesem Fall, aus rechtlichen Gründen, nicht erwähne.
Es gibt auch keine Busfahrer, die mir eine genügend hohe Busse geben könnten, dass es mich stressen würde.
Und schon garnicht, irgendwelche Wanna-be-Hipsters mit ihren Jutebeuteln aus Thailand, Ökotussis, die über die Produktion von Frozenjoghurt und billig-Shirts, der Pink-Fraktion, ablästern oder sonstige Freakshow-Abonennten.
Jedes mal, wenn ich mit, sagen wir, A und B unterwegs bin, erstaunt es mich, immer wieder aufs Neue, wie man sich, geschlagene zweieinhalb Stunden, über die neue Frisur einer Parallelklassenschülerin, wir nennen sie C, unterhalten kann. Ich hatte den neuen Haarschnitt nicht einmal bemerkt. Als ich dies äusserte, erntete ich einen schiefen Blick à la typisch, dass sie so elementare Dinge übersieht und hielt den Mund.
Besser, Ich erwähnte nicht, dass ich nicht einmal sagen könnte, ob Mademoiselle C blonde oder schwarze Haare hat. Wie gesagt, ich hielt den Mund.
Die Phasen, in denen ich mich noch gefragt hatte, ob es als Frau normal war, dass einen Maniküre, Haare und Make Up, anderer Alphabetteilnehmer, nicht interessieren, sind längst vorbei. Ich habe mich mit der Tatsache, dass es mir egal ist, abgefunden, so habe ich mehr Zeit, um mich auf andere Dinge zu konzentrieren.
Nehmen wir zum Beispiel Gefühlsschwankungen. Nicht meine, sondern jene von Personen, die ich gerne mit X bezeichne.
Nichts macht mich so rasend, als ein Rätsel, bei dem ich dazu verdammt bin, es nicht lösen zu können.
Was denkt X? Was verheimlicht X? Wo liegen die Wahrheiten in seinen Sätzen?
In solchen Momenten wünsche ich mir, in den Kopf dieser komplexen Person zu sehen. In sein Herz wäre Verschwendung, denn Mister X denkt nicht mit diesem, achtung Zitat: achso unnützen Muskel.
Er steuert seine Handlungen nicht anhand der, für ihn zu mainstreamen, Gefühlsduselei, denn er ist wie meine Maske: Zeigt keine Gefühle, denkt klar und unbeeinflusst, lässt niemanden an sich heran.
Und manchmal, ganz selten, frage ich mich ob das glücklich machen kann.
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