Jeder kennt das Gefühl an einer Kreuzung zu stehen. Es gibt zwei Wege, die, in meinem Fall, beide genau in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Rechts, links, richtig, falsch, Risiko oder Sicherheit.
Ein Schritt, eine Richtung, eine Entscheidung.
Wir treffen jeden Tag Entscheidungen, wir wählen, ja, wir haben die Wahl. Wer behauptet keine Wahl zu haben, sieht die Optionen nicht, versteckt sich oder ignoriert die Fakten.
Vielleicht gibt es kein Richtig, kein Falsch. Es gibt nur den ersten Eindruck, der uns automatisch in eine Richtung lenkt, auf einen Pfad.
Um mich zu entscheiden mache ich keine Listen, kein Ordnen von positiven oder negativen Aspekten. Ich höre auf mein Gefühl, auf mein Herz und meinen Kopf. Meist sind sich die Parteien einig. Beinhaltet das Geschehen jedoch die Anwesenheit von Mister X, sind zumindest Verstand und Gefühl oft anderer Meinung.
Wenn ich es überleben würde zweigeteilt zu werden, ich hätte es in Erwägung gezogen. Des Öfteren.
Hier stehe ich und schliesse die Augen um klarer zu sehen.
Mein Kopf sagt mir: Sicherheit. Es ist nicht ratsam sich in einen wilden Fluss zu stürzen, wenn man gerade erst wieder an Land gefunden hat. Es ist unvernünftig sich Hals über Kopf in etwas zu stürzen, dass einem keinen Halt geben kann. Das Risiko dabei zu ertrinken ist zu gross. Das Land ist nicht schlecht, es ist ruhig, es ist zuverlässig, kontrollierbar.
Mein Herz sagt mir: Spring! Tauche ein in eine Welt voller Überraschungen, sei dein eigener Halt, denk nicht nach, sei mutig. Verändere alles, lass nichts unversucht, versuche zu schwimmen. Wer braucht einen Anker, wenn man Segel haben kann?
Und ehe ich mich versehe, wäge ich ab. Ich denke zu viel nach. Und da wird es mir klar. Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll. Langsam öffne ich meine Augen. Ein Blick nach rechts, einen Blick nach links und ich laufe los.
Ich verlasse meinen bisherigen Pfad. Ich beginne zu rennen. Ich habe mich entschieden.
Die Grashalme unter meinen Füssen biegen sich zur Seite. Ich spüre die feuchte Erde unter meinen Fusssohlen, den frischen Wind, der aus keiner bestimmten Richtung zu kommen scheint, meine Fingerspitzen, die die vorbeifliegenden Bäume streifen. Das Gefühl von etwas Neuem.
Mein Gefühl zeigte weder nach rechts, noch nach links.
Es zeigte mitten ins Nichts.
Mitten ins Alles.
Mitten ins Abenteuer, auf einen Weg ohne Richtung.
In Schlangenlinien, ungezeichnet, unbeschrieben, doch nach vorn.
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